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Mila weint

13:07 04 Mai in Allgemein
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Antalyia im Herbst 2013. Der Himmel ist bewölkt,  immer wieder regnet es. Ich bin zum zweiten Mal mit Klienten in der  Türkei. Im Becken schwimmen zwei Delphine, in einem weiteren dümpelt  traurig ein Belugawal. Weiter hinten schmiegen sich zwei Seelöwen in  einem engen Pool aneinander. Die Klienten und ihre Familien sind  glücklich, sie setzen sehr viel Hoffnung in die Therapie. Kinder mit  Autismus streicheln die Delphine, eine junge Frau mit Depressionen  entspannt sich im Wasser. Die Therapie wird ihnen helfen, sie werden  Fortschritte in ihrem Leben machen. Ich aber zweifle immer mehr. Nicht  an der Therapie, sondern an der unwürdigen Unterbringung der Tiere.

Sie sind in viel zu kleinen Becken gefangen. Mila, der Belugawal, sieht unendlich traurig aus. Sie ist vollkommen aus dem Häuschen, wenn ich mit ihr spiele und stößt traurige Töne aus, wenn ich wieder weggehen muss. Die Seelöwen haben nur Kontakt mit anderen Menschen, wenn eine Show beginnt. Dieses Spektakel braucht es, um das Delphinarium zu erhalten, Geld in die Kassen zu spülen. „Rechtfertigt der Therapieerfolg diese Tierquälerei?“, frage ich mich. Die Antwort ist für mich eindeutig: das Leid eines Menschen zu lindern und dabei großes Tierleid in Kauf zu nehmen, ist nicht richtig.

Der Gedanke begleitet mich, lässt mich nicht mehr los. Wenige Monate später beginne ich gemeinsam mit Freunden freilebende Delphine an verschiedenen Orten zu besuchen und mit ihnen zu schwimmen. Der Grundstein zu FIDT ist gelegt …
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